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Zoom in: Ecoalf

„Wo andere Abfall sehen, sieht Ecoalf hochwertige Materialien.“ Unter diesem Motto gründete Javier Goyeneche 2009 sein nachhaltiges Label Ecoalf.

Goyeneche, der einen Marketing-Abschluss der Northwestern University in Chicago vorweisen kann, machte erste Erfahrungen in der Modebranche mit dem Label Fun & Basics, wofür er 2005 als Best Young Entrepreneur of Madrid ausgezeichnet wurde. Doch wirklich genießen konnte der Spanier seinen Erfolg nicht, war er doch zunehmend frustriert von der hässlichen Kehrseite der Modebranche, die zu den größten Abfall-Produzenten der Welt zählt. 

Um für seinen Sohn Alfredo eine umweltfreundlichere Zukunft zu hinterlassen, beschloss er mit seinem Label Ecoalf die Modebranche mit einem innovativen und nachhaltigen Konzept zu revolutionieren. Damit hat sich das Unternehmen heute die Zertifizierung als B Corps verdient und sich damit sowohl als soziales wie auch nachhaltiges Label etabliert. 

Javier Goyeneche hat es sich mich Ecoalf zur Aufgabe gemacht, Abfall egal welcher Herkunft wieder zu verwerten. Seine Mode wird aus 100 % recycelten Materialien hergestellt, darunter Baumwolle, alte Kaffeesätze und sogar Autoreifen. Auch seine Stores in Madrid und Berlin sind aus wiederverwerteten Materialien, von Nussbaum bis hin zu Eisen.  Besonderes Augenmerk verdient das Upcycling the Oceans-Projekt, mit dem Ecoalf die Ozeane von Plastikmüll befreien möchte und etwa Jacken und Schuhe aus Pet-Flaschen und alten Fischernetzen herstellt. 

Das nachhaltige Konzept von Ecoalf

2015 rief die Ecoalf Foundation das Projekt Upcycling the Oceans ins Leben und engagierte zunächst in neun spanischen Häfen in den Provinzen von Castellón und Alicante Fischer, die ihm dabei halfen, das Mittelmeer von Plastikmüll zu säubern. Sie brachten den Abfall, den sie in den Tiefen des Meeres fanden samt ihrem Fang zurück in die Häfen. Heute hat Ecoalf seine Zusammenarbeit auf die Provinzen von Girona, Barcelona, Tarragona und Valencia ausgeweitet und beschäftigt in 28 spanischen Häfen insgesamt 441 Fischdampfer, die knapp 200 Tonnen Plastikabfall jährlich aus dem Mittelmeer holen. 

Im Oktober 2016 erweiterte die Ecoalf Foundation ihr Konzept für Thailand. Jedes Jahr enden nämlich insgesamt 80 Millionen Tonnen Abfall in den Ozeanen, 60 % davon kommen aus asiatischen Regionen. Mit Hilfe der Tourism Authority of Thailand und dem Unternehmen PTT Global Chemical Public hat das Modelabel sein Upcycling the Oceans-Projekt auch in Thailand umgesetzt und Taucher und andere Volontäre eingespannt, um Plastik aus den Meeren zu fischen und Strände davon zu säubern. 

Die Abfälle werden dann in eigens dafür eingerichteten Containern in den Häfen gelagert, bis sie die richtige Menge erreicht haben, um in den Fabriken zu hochwertigen Fasern verarbeitet zu werden. Ecoalf hat eine Technologie entwickelt, hochwertiges Garn aus 100 % recycelten Materialien  herzustellen, obwohl die Kunststoffe und Pet-Flaschen durch die Sonne und das Salzwasser oft sehr in Mitleidenschaft gezogenen werden. Über ein Jahr suchte Javier Goyeneche nach Unternehmen, die er mit der Herstellung der innovativen Materialien beauftragen konnte. So entstanden weltweit Kooperationen mit Betrieben etwa in Taiwan, Korea, Portugal, Mexiko, Japan und Spanien. Um die Transparenz der Produktionskette zu gewährleisten informiert ein Aufnäher auf jedem ECOALF-Produkt seinen Träger über den Ressourcenverbrauch bei seiner Herstellung. 

Der Großteil des Abfalls, der aus den Meeren kommt, besteht aus Kunststoffen, davon insgesamt 14 % aus Pet. Gemeinsam mit dem Unternehmen PET Compañía para su Reciclado hat es Ecoalf geschafft die Pet-Flaschen aus dem Meer in hochwertiges Garn umzuwandeln, ohne dabei Ressourcen unnötig zu verschwenden. Bei der Reinigung, Zerkleinerung und Herstellung der sogenannten Pellets werden 20 Prozent des Wasserverbrauchs, 50 Prozent des Energieverbrauchs und 60 Prozent der CO2- Emissionen gegenüber herkömmlichen Verfahren eingespart. 

Die spanischen Unternehmen Antex und Textil Santanderina sind dann dafür verantwortlich, das Garn zu Stoffen zu verarbeiten. Hinter den Kreationen steckt ein junges Design-Team, dessen Entwürfe dann von 14 unterschiedlichen Kooperationspartnern in Europa und Asien genäht werden, bevor sie in die Läden kommen. 

Der Look von Ecoalf

Ecoalf schafft es alltagstaugliche Basics wie Outdoor-Jacken, Mäntel, Chinos und T-Shirts mit trendsicheren Details zu verknüpfen. Kurz: Nachhaltigkeit und Design gehen hier immer eine gleichwertige Fusion ein. Dafür wurde das Label etwa im August 2017 vom Design Museum in London für den „Beazley Designs of the Year Award“ im Bereich Mode nominiert. 

Partner wie etwa der Online-Store Goop von Gwyneth Paltrow, die Ecoalf nicht nur Online verkaufen sondern mit denen das Label auch eine exklusive Taschen-Kollektion realisierte, verankern die Marke im High Fashion-Segment. Auch die jüngste Kooperation mit dem Berliner Label Felder & Felder brachte zwei alltagstaugliche Designerstücke hervor. Im Herbst geht die Mode-Kooperation mit zwei Steppmänteln an den Start, die die avantgardistische Ästhetik von Felder & Felder in das nachhaltige Konzept von Ecoalf transportieren. 

Ecoalf ist in Deutschland im eigenen Flagship-Store in Berlin, im KaDeWe und bei Manufaktum erhältlich. Außerdem Online unter: ecolaf.com