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Fairer Schmuck: April von Stauffenberg verrät, worauf Sie jetzt beim Kauf von Gold und Diamanten achten müssen

„Gold! Always believe in your soul. You’ve got the power to know. You’re indestructible, oh, always believing.” Der Popsong des Spandau Ballet war das erste, was mir in den Sinn kam, als ich gebeten wurde, den Ratgeber für fairen Schmuck zu schreiben.
Was – oh – was können Sie sich dieses Jahr wünschen, wenn Sie gut waren? Wirklich gut? Gold? Da gibt es einen kleinen Haken! Mehr dazu aber später. Diamanten? Sie müssten ein Bösewicht sein, um Diamanten zu tragen. Das wussten Sie nicht? Nun, ich bin hier, um Ihnen zu helfen, ihre Seele nicht für schmutziges Gold und Diamanten herzugeben, (damit der Weihnachtsmann Ihnen auch nächstes Jahr etwas bringt!). Hier ist mein Rat:

1. Vintage kaufen

Wenn Sie auf Vintage-Scmuck setzten, ist das immer die sicherste Alternative, den illegalen und schmutzigen Gold- und Diamanten-Handel zu boykottieren. Ich hatte ein Auge auf diese alten YSL-Kunstringe Forever geworfen. Es ist unmöglich, einen zu wählen, aber völlig im Rahmen des Weihnachtsbudgets. Oder schauen Sie sich die surrealen Stücke von Delfina Delettrez an. (Das Budget muss schon etwas höher sein, aber Weihnachtsmann, ich war wirklich sehr gut. Wirklich.) Die Online-Vintage Stores  Vestiare Collective, Therealreal und 1stdibs liefern oft großartige Funde.

2. Achten Sie auf Zertifizierungen

Konventionelle Diamanten stammen aus dem Bergbau. Bergbau zerstört nicht nur die Umwelt, sondern wird auch unter unwürdigen Verhältnissen für die Arbeiter gewonnen. Sie möchten doch nicht etwa, etwas tragen, das die Menschenrechte verletzt, oder? Viele der großen Player setzen jetzt auf “nachhaltige” Linien. Trotzdem ist auch hier Achtsamkeit geboten. Denn würde der Kimberly-Prozess, eine Methode, die über staatliche Herkunftszertifikate den Handel mit Blutdiamanten stoppen möchte, tatsächlich funktionieren, wären die Verhältnisse für Bergarbeiter weltweit schon deutlich besser. Doch Konfliktdiamanten und Konfliktgold sind immer noch die Regel und nicht die Ausnahme. Sie fahren besser mit den kleinen Unternehmen, den familiengeführten, die, die harte Beinarbeit selbst erledigen. Es gibt auch Edelsteine, die künstlich hergestellt werden. Im Labor gewachsene Edelsteine, wie sie zum ersten Mal von Cred verwendet wurden. Infos unter: credjewellery.com

3. Achten Sie auf recyceltes und ethisch korrekt gefördertes Gold!

Das Schmucklabel Vieri bezieht seine Rohstoffe aus recyceltem und ethisch korrekt gefördertem Gold. Macdesa und Sotrami gehören zu den führenden zertifizierten Gold- und Silberminen, sie betreiben Minen in Peru, Tansania, Uganda und Kenia. Die Webseite der von Vieri ins Leben gerufenen Foundation earthbeat.org liefert dazu detaillierte Informationen. Auch das Berliner Goldschmiede-Duo hinter Quiet Quiet aus Berlin verwenden für ihre Schmuckkreationen fair gehandelte Materialien. Die handgefertigten Unikate von Scuderi sind ein besonderer Geheimtipp von mir. Die Schmuckdesignerin Lillian von Trapp aus Berlin setzt ausschließlich auf recyceltes Gold, das sie in Deutschland verarbeitet und produziert. Andere arbeiten direkt mit Handwerkern zusammen – wie etwa mit 31 bits in Uganda oder Able, die Löhne der niedrigstverdienenden Arbeiter veröffentlichen! Das Berliner Schmucklabel Sabrina Dehoff hingegen verzichtet ganz auf echtes Gold, Silber und Diamanten und setzt auf einen Galvaniseur, ein Handwerker, der dafür sorgt, dass ihr Modeschmuck wie echt glänzt. Mehr Informationen gibt es unter: fairtrade.net

@vierifinejewellery
scuderi-schmuck.de
4. Hören Sie auf ihr Herz

Was immer Sie kaufen, ist – wie Sie wissen – nur noch die Hälfte von dem wert, was Sie bezahlt haben, wenn Sie die Laden-Tür hinter sich schließen. Insbesondere die Vermarktung von Diamanten ist extrem kostspielig. Diamanten sind aber keine Seltenheit. Ja und Sie können auch kaputt gehen. Investieren Sie lieber in Kreationen von berühmten Kunsthandwerkern, die halten oder steigern nämlich ihren Wert. Wie Sie vorgehen müssen, um Investment-Stücke zu finden? Geben Sie Beispielsweise “Vintage-Funde“ bei Google oder bei Pinterest ein, dort können Sie auf berühmte Kunsthandwerker stoßen, die in der Tat selten sind. Dann geben Sie diese Namen bei ebay ein und bekommen nicht nur ein Statement, sondern ein Stück mit Ausrufezeichen!

5. Umarmen Sie ihre innere Dolly Parton

„Es ist schwer, in einer Welt von Straßensteinen ein Diamant zu sein.” Denken Sie daran: Sie sind ein Diamant. Sie brauchen keinen.“ Nach diesem Motto lebte Dolly Parton.
Wenn Sie sich jedoch für Straßensteine ​​entscheiden, sollten Sie sichergehen, dass sich ihre Kinder nicht in ihrer Nähe befinden. Und wenn Sie einen “Beißring” um den Hals tragen, halten Sie sie bloß von ihrem gefälschten Zeug fern. Denn wenn ihr Baby das in den Mund nimmt, ist das pures Gift. Viele der billigen Sachen beinhalten Giftstoffe wie Blei, Cadmium, Nickel, Quecksilber und – seltsamerweise – Flammschutzmittel. Letztere sind auch als Hormonstörer bekannt, was weder gut fürs Kind noch für die Mutter ist. Glauben Sie mir. Ich bin ein hormonelles Chaos! Wahrscheinlich wegen all der flippigen Sachen, die ich mir im Alltag auflade. Ich kann definitiv weniger Theater gebrauchen.

@aprilvonstauffenberg
Aufmacher-Foto:

Kette von Lilian von Trapp, unter lilianvontrapp.com

 Hier die englische Original-Version lesen:

It’s always great when a pop song is the first thing that comes to mind when you’ve been asked to write a guide to good jewelry. “Gold! Always believe in your soul. You’ve got the power to know. You’re indestructible, oh, always believing.”

What-oh-what can you wish for this year if you have been good? Really good? Gold? Yes but. More on that but later. Diamonds? Nah. You have to be a villain to wear diamonds anymore. What? You didn’t know that? Well I’m here to help you out, to help you remain a good soul (so that Santa brings you something next year too!), here’s my advice.

No 1: Buy vintage

You can still feel good about wearing anything old. I’ve had my eye on these old YSL arty rings FOREVER. It’s impossible to choose just one but totally within Santa’s budget. Or check out the surreal pieces made by Delfina Delettrez. (The budget needs to be a bit higher, but Santa, I have been REALLY GOOD. Really.) Check Vestiare Collective or therealreal or 1stdibs for some great finds.

No 2: Look out for certifications. 

Conventional diamonds come from mining. Mining not only destroys the environment but also it’s a horrible job. You don’t want to wear something that screams human rights abuses, right? Many of the big players have “sustainable” lines now, but it’s difficult to make sure. If the Kimberly Process were actually working, then we would see a big difference in the treatment of miners worldwide. Conflict-diamonds and conflict-gold are still the rule rather than the exception. You’re better off with the small companies, the family-run ones that are doing the actual footwork themselves. There are gems that are being artificially produced. Lab-grown gems such as those that were first used by Cred.

No 3: Look for recycled gold!

Made-in-Berlin ethical jewelers such as Vieri and Lillian von Trapp are the ones you might already know. Fairtrade silver and gold from Macdesa or Sotrami, for example, which are small-scale mines in Peru are among the certified mines to look out for, also some in Tanzania, Uganda and Kenza. Pioneering fair trade jewelers such as the aforementioned Cred and Vieri’s earthbeat.org have informative websites. Small companies like Sabrina Dehoff who uses a galvanizer in Germany, or Quiet Quiet (both in Berlin) are doing beautiful things as well. Others work directly with artisans: 31bits in Uganda, for example, or Able, for example, who publishes the wages of their lowest paid workers! Purpose jewelry is made by women survivors of slavery. There is a ton of good stuff out there:  fairtrade.net.

No 4: Put your heart into it

Whatever you buy, you realize, will be worth half of what you paid when you walk out the door. The marketing surrounding diamonds, especially, is hyper-inflated. Diamonds are not rare. I repeat: not. They also break. You’d be better off googling the words “vintage finds” on or checking Pinterest and you’ll find famous artisans that are indeed rare, and then put those names into ebay and you might come not just a statement but an exclamation mark piece.

No 5: Embrace your inner Dolly Parton

As Dolly says, “It’s hard to be a diamond in a rhinestone world.” Remember: You are a diamond. You don’t need one. But if you go for rhinestones, make sure to keep your kids away from your fast-fashion finds. And if you have a “teether” at your breast, keep her/him away from your fake stuff. It’s ok to wear it, but if your baby puts it in their mouths, it’s veritable poison. Much of the cheap stuff has bad things like lead, cadmium, nickel, mercury, and weirdly: flame retardants. The latter are also known as hormone disrupters and that’s no good for the mama either.

Trust me. I am a hormonal mess! Probably because of all the funky stuff I load myself down with everyday. I could do with a little less theatre, obviously.