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Female Finance: Ricarda Landgrebe spricht über Geld!

Laut einer Bertelsmann-Studie werden im Jahr 2036 fast 30 Prozent aller Frauen im Rentenalter von Altersarmut bedroht sein, das ist fast jede dritte Frau. Wie kann das sein und was können wir dagegen tun?

Finanzberatungen für Frauen sind in Mode: Bücher, Blogs, Seminare, Coachings – das Angebot steigt so rasant wie Immobilienpreise. Doch müssen wir im Jahr 2018 beim Thema Geld wirklich noch die Genderfrage stellen? Oh ja! Da sind sich alle Experten einig. Statistisch leben Frauen nämlich etwa fünf Jahre länger als Männer, haben aber ein niedrigeres Durchschnittsgehalt. Ganz zu schweigen von Verdienstausfällen durch Elternzeit oder die Altenpflege von Angehörigen. Auch wenn sich derzeit einiges tut in Sachen Gender-Pay-Gap, sind die Lebensrealitäten von Frauen und Männern immer noch sehr verschieden. So ist es tatsächlich weit verbreitet, dass Hausfrauen kein eigenes Konto haben. Die gute Nachricht: Laut Studien zahlt es sich positiv aus, wenn wir uns mit den eigenen Finanzen beschäftigen. Na dann mal los, hier kommen drei schnelle Money-Tipps.

1. Bestandsaufnahme

Der erste und oft schwierigste Schritt: Die Ist-Situation checken, sozusagen eine Vermögens-Inventur machen. Es ist wichtig, einmal genau aufzuschreiben, was man besitzt. Gibt es zum Beispiel einen Bausparvertrag, ein Aktienpaket oder Immobilien? Aber auch Schulden und Kredite müssen aufs Papier. Daraus ergibt sich ein Nettovermögen, das die Basis für eine weitere Finanzplanung ist. Wer sich bei dem Thema überfordert fühlt, sollte sich von unabhängigen Honorarberatern unterstützen lassen. Einen richtig guten Überblick zum Thema gibt auch Natascha Wegelins Blog madamemoneypenny und ihr Beststeller “Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen”. Das Buch ist nicht nur informativ uns easy zu verstehen, sondern rüttelt auch wach und motiviert, endlich aktiv zu werden.

2. Ziel setzen

Wieviel Geld möchtest Du später zum Leben haben und wie lang möchtest Du arbeiten? Nur wer seine Ziele klar formuliert, kann auch darauf hinarbeiten und -sparen. Aktuelle Zahlen besagen, dass 75 Prozent der Frauen, die jetzt zwischen 30 und 55 Jahre alt sind, eine Rente auf oder sogar unter dem aktuellen Hartz-IV-Niveau haben werden. Es gilt also, möglichst früh die Versorgungslücke zu kennen und mit einer privaten Absicherung zu starten.

3. Planen:

Am Ende des Monats ist das Konto immer leer oder überzogen? Wem es so geht, dem sei ein Haushaltsbuch empfohlen. Klingt spießig, hilft aber sehr. Nur so kann man nämlich herausfinden, an welchen Stellen man sparen kann und sollte. Gibt es zum Beispiel Abos, die man nicht nutzt? Kann man den Netflix-Account mit dem Mitbewohner oder Partner teilen? Claudia Müller, Gründerin des Female Finance Forum, rät zum 50-30-20-Sparmodell: 50 Prozent des Einkommens gibt man für Dinge aus, die sein müssen (Miete, Versicherungen, Lebensmittel). 30 Prozent plant man für Dinge ein, die Spaß machen (Kino, Klamotten, Urlaub) und 20 Prozent sollte man sparen. Wie man Kapital am besten anlegt, muss individuell entschieden werden. Auch hier helfen unabhängige Berater. Überhaupt ist das Informieren und auch Reden über Geld der wertvollste Tipp. Keine Panik, wir müssen nicht jedem unser Gehalt verraten, aber es hilft doch sehr, mit einer Vertrauensperson aus der eigenen Branche offen über Gehälter oder Honorare zu reden. Werde Dir klar, was Du wert bist! Das sorgt für Sicherheit und ein souveränes Auftreten in Verhandlungen – um es mit Coco Chanel zu sagen: “Geld ist der Schlüssel zur Freiheit”.

Weitere Inhalte von Ricarda Landgrebe gibt es über parolamedia.com

Aufmacher Foto:

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