Type and press Enter.

Warum Mode-Labels jetzt auf Materialien aus Ozean-Plastikmüll setzen

„Die Mode-Industrie hat einen gewaltigen Einfluss auf die Gesundheit unseres Planeten und sein Lebenserhaltungssystem – den Ozean. Wir sind mit dem Ziel an den Start gegangen, die Branche herauszufordern und es besser zu machen und uns immer wieder zu hinterfragen und uns zu entwickeln.“ Unter diesem Motto verkündete die britische Designerin Stella McCarntey im letzten Jahr ihre Zusammenarbeit mit Parley Ocean Plastic™. Das Unternehmen sammelt an Stränden und Küstenregionen auf der ganzen Welt Plastikmüll, bevor dieser in die Meere gelangt und stellt daraus innovative Materialien her. Mit ihrer Partnerschaft bekennt sich das britische Label, das vor allem für seine vegan hergestellte Mode bekannt ist, dazu, jedes Gewebe mit Materialien von Parley Ocean Plastic zu ersetzten.

„Wir wollen für unsere Produkte und die Art und Weise, wie wir sie herstellen, die Verantwortung übernehmen. Wir müssen irgendwo anfangen, uns zu entwickeln. Die Partnerschaft mit Parley ist ein weiteres Kapitel auf unserer Reise“, so Stella McCartney weiter.

Aufmerksam wurde die Designerin auf die umweltfreundliche Organisation durch ihre Zusammenarbeit mit Adidas. So entsteht etwa die Adidas x Stella McCartney-Kollektion mit Materialien von Parley for the Ocean. Die deutsche Sportswear-Marke Adidas arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit der Umweltorganisation zusammen, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Ozeane und ihre Bewohner vor den Plastikwellen zu schützen.

2017 soll Adidas geschätzt etwa drei Million Laufschuhe verkauft haben, die aus Materialien von Parley Ocean Plastic™ hergestellt wurden. Außerdem lancierte das Label in diesem Jahr bereits seine zweite Yoga-Kollektion in Kooperation mit dem Achtsamkeits-Festival Wanderlust und eine Bademoden-Linie, die aus den recycelten Materialen gefertigt wurden.

Stella McCartneys Visionen folgt heut längst nicht mehr nur ein kleiner Kreis. Neben großen Sportswear-Marken wie Adidas wird sich auch die High Street mehr und mehr ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. So startete das Label Arket mit einem neuen Konzept. Es ließ den ständigen Kollektions-Wechsel hinter sich und konzentriert sich auf zeitlose und minimalistische Mode, die jenseits vom Trend-Gedanken entsteht und trägt so zum nachhaltigen Konsum bei.

Mit seiner Bademoden-Kollektion für den Sommer 2018 verwendet die Marke jetzt ein besonders innovatives Material. Die schlichte Swimwear, die Bikinis, Badeanzüge und Badeshorts umfasst, wurde komplett im Econyl-Verfahren produziert. Hier werden alte Fischernetze und Nylon-Abfallmaterialien recycelt, indem sie in ihren Rohzustand runter gebrochen werden, um dann zu Econyl verarbeitet zu werden. Das Besondere an dem Nylon-Garn? Das Econyl-Verfahren kann unendlich wiederholt werden, ohne dass das Material an Qualität einbüßt. Durch den geschlossenen Produktionskreislauf entsteht also kein Abfall.

Damit setzt die Mode-Branche zunächst Mal ein Zeichen. Die Konzepte von Labels wie Arket – immerhin Teil der H&M Group – und Adidas müssen noch konsequenter durchgesetzt werden. So kündigte H&M etwa an, ab 2020 komplett auf Biobaumwolle zu setzen und ab 2030 nur noch recyceltes Material zu verwenden. Auch Adidas will den nachhaltigen Aspekt langfristig zum Firmenprinzip machen und nicht zur Ausnahme.

Damit Antworten Mode-Unternemen auf die verheerenden Folgen von Plastikmüll auf die Ozeane und ihre Biokulturen. Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace landen jährlich über 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer. Schätzungen zu Folge sollen sich dort bereits 150 Millionen Tonnen angesammelt haben – Plastik findet sich etwa gefroren im Meereis der Arktis, in den Korallenriffen und an den Stränden der Tropen. Die Folgen für die Ozeane und ihre Bewohner sind verheerend: Wale verenden auf Grund von Plastikmüll im Magen, Seevögeln, die aus Plastikfäden Nester bauen strangulieren sich und ihre Jungen zu Tode. Außerdem wurde in Fischen und Miesmuscheln mittlerweile Mikroplastik entdeckt, das über die Nahrungskette auch in den menschlichen Körper gelangt. Das größte Problem am Plastikmüll? Er kompostiert sich nicht – so braucht etwa eine Pet-Flasche 450 Jahre, um sich aufzulösen. Wenn wir also den Plastikverbrauch nicht drastisch senken, wird bis zum Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer schwimme.

„Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace landen jährlich über 13 Millionen Tonnen Plastikabfälle im Meer. Schätzungen zu Folge sollen sich dort bereits 150 Millionen Tonnen angesammelt haben – Plastik findet sich etwa gefroren im Meereis der Arktis, in den Korallenriffen und an den Stränden der Tropen.“

Doch wie nachhaltig ist die recycelte Pet-Flasche, die in den Fabriken von Parley Ocean Plastic™ verarbeitet wird, wirklich. Zunächst einmal lässt sich das Material nicht wie etwa das Econyl unendlich wieder verwerten. Auch die Kleidung aus Plastikmüll wird wieder zu Müll. Deshalb gilt als effektivste Methode nach wie vor ein bewusster Konsum und dazu zählt die Reduzierung von Plastik-Müll auch durch Kleidung.

Cyrill Gutsch, der Gründer von Parley Ocean Plastic™ will beispielsweise mit seiner Zusammenarbeit mit Adidas und anderen Modefirmen zunächst einmal ein Bewusstsein in der bereiten Masse dafür schaffen, welche Auswirkungen der Plastik-Konsum auf unsere Umwelt hat. Für die Zukunft träumt er davon, eine Alternative zu Plastik zu entwickeln, die sich einfach kompostieren lässt. Daran arbeite das Unternehmen gerade mit der Unterstützung seiner Mode-Partner.