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Schön nachhaltig – Ein Guide für eine umweltbewusstere Beauty-Routine!

Wenn ich jede Verpackung gesammelt hätte, die ich in den letzten zehn Jahren weggeworfen habe, würde ich mich wahrscheinlich sehr erschrecken und dann schlecht fühlen. Am 28. März hat Deutschland sein erlaubtes Budget an CO2 für 2018 gemäß dem Pariser Abkommen offiziell aufgebraucht. Vielleicht ist die Diskrepanz zwischen dieser Tatsache und der Art und Weise, wie wir in der Ersten Welt in unwissender Glückseligkeit leben, offensichtlicher für mich, da ich vor den charmanten Klauen des Kapitalismus geschützt in Namibia aufwuchs. In Deutschland gehen wir in eine Apotheke und kaufen, was auch immer unser Herz oder vielmehr unser Ego begehrt. Aber Hand aufs Herz – sind Sie wirklich sicher, dass Sie 10 verschiedene Sorten Fuß Creme brauchen? Wir leben in einer Gesellschaft, die ganz bewusst darauf achtet, was sie in und an ihren Körper lässt. Genauso umsichtig müssen wir auch mit unserer Umwelt umgehen. Wir können es uns nicht mehr leisten, mit geschlossenen Augen einzukaufen. Unsere Kaufentscheidungen beeinflussen uns noch lange, nachdem die straffenden und aufhellenden Effekte unserer Zaubercremes bereits abgeklungen sind. Deshalb hier mein Guide für kleine Änderungen im Badezimmer, mit dem wir unseren Körper und unsere Umwelt gleichermaßen pflegen können

1. Die Bambuszahnbürste

3,6 Milliarden (!!!) Plastikzahnbürsten werden jedes Jahr entsorgt und landen entweder auf Deponien oder im Meer. Die Humble Brush ist eine Bambuszahnbürste, die von Umweltschützern, sozialen Aktivisten und Zahnärzten in Schweden hergestellt wird. Sie setzen sich das ambitionierte Ziel, diese Zahlen drastisch zu reduzieren und bieten gleichzeitig hochwertige Mundpflegeprodukte an. Hinter der Marke steht ein starkes Gefühl sozialer Verantwortung  nicht nur in Bezug auf die Umwelt. Mit Charity-Projekten in ärmeren Regionen bekämpfen sie beispielsweise die Übertragung von oralen Krankheiten. Sobald die Bürste aufgebraucht ist, reiße ich die Kunststoffborsten heraus und werfe den Rest auf den Kompost.

Zahnbürste aus Bambus, über thehumble.co

2. Creme Deo aus dem Glas

Das Fine Deodorant wird biologisch und vegan in Berlin ohne Konservierungsmittel- und chemische Zusatzstoffe hergestellt. Judith Springer hat nach jahrelanger missglückter Suche nach einem effektiven und ökologisch vertretbaren Produkt kurzerhand ihr eigenes in der hauseigenen Küche erfunden. Das Ergebnis: Das Fine Deodorant, eine cremiges Deo auf der Basis von Sheabutter, Kokosnussöl und Kakao und verschiedenen ätherischen Ölen. Schon eine erbsengroße Menge pro Achsel genügt, um sich vor Schweißgeruch zu schützen. Das minimalistische Glas, in dem es erhältlich ist, lässt sich wunderbar wiederverwenden. Auf jeden Fall werden Sie den herkömmlichen Abfall – Kunststoffetiketten, Kunststoffrollkugeln, Aluminiumsprühdosen, CFC-Treibgase – vermeiden und gleichzeitig verzichten sie auf synthetische Duft- und Wirkstoffe wie etwa Aluminiumsalze.

Creme-Deo von Fine, um 28 Euro, über fine-deodorant.com

3. Seife

Nichts ist so schön nostalgisch wie ein Stück Seife. Ich erinnere mich lebhaft an den Geruch der bernsteinfarbenen Seife, die wir während meiner Kindheit in großen Mengen gelagert hatten. Ihre Farbe ähnelte dem Sand der Kalahari-Wüste, wo ich aufgewachsen bin. Es waren einfache, Glycerin basierte Seifen mit wenigen Zutaten, aber mehr brauchte man eigentlich nicht. Heute benutze ich wieder Seife – statt Duschgels, Cremes und Peelings. Warum? Seifen sind viel ergiebiger und kommen meistens in nachhaltigen Verpackungen statt in Plastiktuben daher. Meine Lieblingsseife ist die Olive Cedar Soap von Korres. Sie riecht erdig, besteht aus 100% Olivenöl und enthält keine künstlichen Farb-, Konservierungs- oder Duftstoffe. Sie reinigt die Haut nicht nur perfekt, sondern schütz sie gleichzeitig vor dem Austrocknen.

Olive Cedar Seife von Korres, um 5 Euro, über korres.com

4. Natürliches Peeling mit der Bürste

Peelings lassen sich auf uralte Schönheitsrituale zurückführen. Mit Salz, Aprikosenkernsplittern oder Teeblättern haben wir seit jeher abgestorbene Hautzellen vom Körper befreit. Dann kam die Kosmetikindustrie und machte diese Bemühungen der Selbstversorgung zu einem skalierbaren Produkt, das etwa nach Kirschblüten und Zitronengras riecht. Diese Produkte werden mit Millionen von Plastik-Minipartikeln durchsetzt, die alle in unseren Wassersystemen und unweigerlich im Ozean enden. Ich bin zu den Ursprüngen dieses Rituals zurückgekehrt und zelebriere es, jeden Morgen meinen Körper zu bürsten und ihn so auch ohne schädliche Produkte einem Peeling zu unterziehen. Ich nehme vor meiner Dusche immer eine Bambusbürste mit Naturborsten zur Hand und beginne mit den Fußsohlen, dann streiche aufwärts Richtung Herz, um den Kreislauf in Bewegung zu bringen, die Lymphdrainage zu fördern und das Immunsystem zu stärken. Und das Beste daran: Ich benutze seit einigen Jahren die gleiche Bürste und das robuste Peeling-Instrument denkt noch lange nicht daran den Geist aufgeben.

Bürste von Aromatherapy Associates, um 15 Euro, über net-a-porter.com