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Wie Alexa von Heyden mit einer Stoffwechselkur nicht nur ihren Körper entgiftete

Traditionell beginnen die Leute am 1. Januar eine Diät oder Detox-Kur, nachdem das Fest der Liebe ein zuckriger Rausch mit Schuss war. Ich beschäftige mich das ganze Jahr über mit Diäten. Als Mode- und Lifestyle-Journalistin kenne ich fast jede Abnehmkur, ihre Vor- und Nachteile sowie angeblichen Erfolgsversprechen. Aber selber gemacht habe ich nie eine, dabei war ich mit meinem Gewicht unzufrieden seitdem ich 11 bin. Unglaublich, aber wahr: 29 Jahre habe ich dieses „Ich bin zu fett“-Gefühl gepflegt und gehegt wie einen altes, stinkendes Haustier.

Mit 40 wollte ich endlich mit meiner Figur ok sein und vor allem meiner kleinen Tochter keine Essstörung vorleben, in dem ich im Restaurant immer nur den Salat mit Hähnchenbrust bestelle oder mir heimlich nach dem Essen den Finger in den Hals stecke, um Thunfisch-Pizza, Trüffel-Pasta oder Bienenstich wieder auszukotzen. 

Von der „Natural Weight Loss“-Kur, kurz NWL- oder Stoffwechselkur, erzählte mir eine Freundin, die so selbst zehn Kilogramm abgenommen hatte. Spontan kontaktierte ich die Erfinderin Daniela Laubinger in Hamburg und fing zwei Wochen später mit der ersten Diät meines Lebens an. 

Unglaublich, wie diszipliniert ich plötzlich war: Sechs Wochen verzichtete ich konsequent auf Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Müsli. Nicht mal Superfoods oder Schlankmacher wie Chiasamen, Quinoa oder Süßkartoffeln waren erlaubt, geschweige denn Zucker, Öl oder Alkohol. Dinkelbrot mit Ziegenkäse, Rührei mit Avocado, Lachs-Sushi, Tofu-Curry, Milchkaffee und mein allabendlicher Weißwein, wenn das Baby endlich im Bett war – alle meine Hauptnahrungsmittel waren ersatzlos gestrichen. 

Stattdessen gab es drei feste Mahlzeiten am Tag, z.B. dünn mit Quark bestrichenes Knäckebrot, Salat mit gedünsteten Möhren und Hühnchen, Magerquark, Löwenzahn- und Brennesseltee. 

Abends mit einer Tasse dunkelgrünen Plörre auf dem Sofa zu sitzen, während sich mein Mann ein kaltes Bier aufmachte, war hart. Besonders weil in der ersten Woche der Zeiger auf der Waage trotz meiner Bemühungen eisern bei 75 kg stehen blieb. Als Freiberuflerin und Mutter hatte ich durch unregelmäßiges Essen meinen Stoffwechsel in eine Art Winterschlaf beförderte, sodass es erst mal ein paar Tage dauerte, bis die Kur anschlug.

Doch ich hielt durch, denn das Programm basiert nicht nur auf einer fettarmer Low-Carb-Kost, sondern homöopathischen Spritzen, die man sich selbst ins Bauchfett setzt und die dafür sorgen, dass der Stoffwechsel wieder anzieht. Und dann machte es „Boom“.

Meine Stoffwechselkur war auch eine Entgiftung von diesem Mindfuck, mit dem ich mich jahrelang ständig selber runter gemacht habe.

Es war erstaunlich und doch so wie es Sportwissenschaftler und Ernährungsexperten, die ich in meinen Artikeln gerne zitiere, immer beschreiben: Wenn man den Körper wie ein Auto mit dem richtigen Kraftstoff betankt, dann läuft der Motor wie eine Eins. 

Innerhalb von wenigen Wochen erreichte ich mein Ziel und halte dank einer konsequenten Ernährungsumstellung seit September 2018 mein Gewicht von 65 kg. Mehr noch: Dank Verzicht auf Weizen, Käse, Zucker und weniger Alkoholgenuss als früher habe ich viel mehr Energie und weniger Downs.

Heute halte ich mich an die 5:2.Regel. Unter der Woche esse ich also gesund, d.h. vor allem Eiweiß und Gemüse. Am Wochenende gönne ich mir alles, worauf ich Lust habe und trinke auch mal ein Glas Wein oder Champagner. Denn es gibt was zu feiern: Meine Stoffwechselkur war auch eine Entgiftung von diesem Mindfuck, mit dem ich mich jahrelang ständig selber runter gemacht habe. Das ist meine persönliche Form der #bodypositvity.

Wenn Sie mehr über Alexa von Heydens Leben auf dem Land erfahren möchten, gehen Sie auf ihren Blog alexapeng.de und auf @villapeng.