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Wie Otto Drögsler und Jörg Ehrlich Meissen-Porzellan ins Jetzt holen

Es ist als das weiße Gold bekannt und sein legendärer Ruf hallt über die Grenzen Deutschlands in die Welt hinaus: Das berühmte Meissen-Porzellan, das seit 1710 in den traditionsträchtigen Manufakturen in der gleichnamigen Stadt hergestellt wird und in den hauseigenen Bergwerken als Kaolin seinen Ursprung hat.

Fast jeder von uns hat einen emotionalen Bezug zu dem Porzellan, das ähnlich wie Kunst gehandelt wird: Sei es die Erinnerung an die Großmutter, eine besondere Familien-Anekdote oder einfach das materialisierte Image des berühmten Handwerks Made in Germany.

Luxus wird mit diesen Porzellan-Kreationen bis zum Exzess ausgelebt. Die Herstellung des Tafel-Service , der Kunstfiguren und Vasen ist durch Entschleunigung bestimmt und wirkt wie ein Gegenentwurf zum modernen Alltag, der immer effizienter und rationaler wird.

Die Wandteller Faces von Otto Drögsler für Meissen

„Luxus muss heute unvernünftiger, emotionaler, unikativer und manufaktureller rüberkommen. Manufaktur quasi als Anti-These zum übertechnisierten Every Day- Business“, erklärt das Designer-Duo Otto Drögsler und Jörg Ehrlich die jüngste Konjunktur des traditionellen Handwerkes. 

Vielleicht haben sich die Mode-Designer auch gerade deshalb im letzten Jahr einer neuen Aufgabe gestellt. Seit 2018 verantworten sie nicht mehr nur die kreative Leitung ihres eigenen Mode-Labels Odeeh, sondern auch der Porzellan-Manufaktur Meissen. 

Das Formen-und Modell Archiv von Meissen zählt zu den größten und ältesten Europas

„Luxus muss heute unvernünftiger, emotionaler, unikativer und manufaktureller rüberkommen. Manufaktur quasi als Anti-These zum übertechnisierten Every Day- Business.“

Das weiße Gold wird das Kaolin, dass in den hauseigenen Bergwerken bei Meissen gewonnen wird, genannt

Wie Mode und Porzellan zusammenpassen? „Es gibt, gerade was die Modell-Entwicklung anbelangt, starke Parallelen. In beiden Bereichen ist noch echtes, manufakturelles Arbeiten angesagt. Das macht es auch so spannend für uns. Auf der einen Seite das Traditionelle bewahren, andererseits aber ganz stark zu schauen, wo man radikalen Wandel braucht, um in der Zeit zu sein“, so Drögsler und Ehrlich weiter.

Dabei berufen sich die beiden auf die traditionsträchtige Geschichte des Hauses. Sie haben Zugriff auf eins der umfassendsten und ältesten Archive der Welt mit unzähligen Gipsformen und historischen Modellen. Das Farblabor der Manufaktur entwickelt ständig neue Farben und kann auf 10.000 Farbrezepturen zurückgreifen. 

„Wir beziehen uns sehr stark auf bestehende Formen und Techniken. In einer Zeit, in der Manufaktur, Tradition und Heritage wieder eine so große Rolle spielen, wäre es töricht, ein so wertvolles Archiv nicht positiv zu nutzen“, so die neuen Kreativ-Direktoren. 

Um die handwerklichen Wurzeln in moderne Visionen zu transportieren, holen sich die beiden ganz in der Tradition des Hauses Porzellan-Künstler an die Seite. „Wir arbeiten bei Meissen mit den unterschiedlichen Teams an unterschiedlichen Produktkategorien. Die Entwicklung einer neuen Geschirr- Serie ist ja etwas vollkommen anderes als die Entwicklung einer Fine Art Figur oder einer handgedrehten Vase.“

So ist etwa die Kooperation mit der chinesischen Produkt-Designerin Zhuoyu Hou entstanden. Das Ergebnis: Ein Tafel-Service mit ganz neuer Formensprache. Das minimalistische Porzellan in Weiß und Grau-Meliert trägt den Namen Antarctica, wo auch die Inspiration seiner Formen zu finden ist. Es strahlt gerade deshalb trotz seiner Schlichtheit den typisch-luxuriösen Exzess von Meissen aus. 

Otto Drögsler und Jörg Ehrlich bringen es auf den Punkt: „Wir wollen Tradition mit Moderne und einer zeitgemäßen Opulenz verbinden.“

Die neuen Meissen-Kollektionen unter der Leitung von Otto Drögsler und Jörg Ehrlich sind erhältlich unter: meissen.com


Antarctica: Das Tafelservice von Meissen versprüht eine zeitgemäße Opulenz
Verknüpfen Mode und Interior: Otto Drögsler und Jörg Ehrlich